Liebe Gemeinde,

 

vor etwas über 70 Jahren wurde der Christ und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer von den Nazis durch Erhängen umgebracht. Bekannt ist er uns vielleicht am ehesten durch sein Lied: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Beeindruckend sind seine letzten Worte: "Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens."  Im Angesicht des Todes sagte er diese Sätze, mit denen er die Realität (Ende seines Lebens) und seine Glaubenshoffnung (Beginn des Lebens) ausdrückte.

Unser Leben gleicht einem Spaziergang, der einen Anfang und ein Ende hat. Wer aber wie Bonhoeffer Jesus kennt, für den ist das Leben ein Osterspaziergang! Für den ist der Tod ein Aufbruch in das ewige Leben, in die Gegenwart Gottes!

Wer Ostern kennt, kann nie verzweifeln. Auch diese Aussage kommt aus Bonhoeffers Mund. Wie lastete auf ihm alles Elend, alle Schuld, die durch Hitler, durch den Bösen, über Jahre herrschen konnte. Und doch zerbrach er nicht daran. Jesus, der mit seinem Tod alle Sünde in das Grab nahm und überwand, der gab ihm Hoffnung.

Wer Jesus kennt, braucht nie zu verzweifeln. Auch wenn dieser Satz wie ein frommes Geschwätz klingen mag, ist er doch wahr. Und damit er kein religiöses Gewäsch ist, muss man Jesus kennenlernen und mit ihm leben. Das ist nicht schwer. Denn Jesus lebt, er ist auferstanden, und er offenbart sich, er lässt sich kennenlernen. Wie? Indem ich mit ihm rede, indem ich in der Bibel seine Worte kennenlerne, indem ich ihm vertraue. Und dann kann ich getrost leben, sterben und das ewige Leben beginnen!

Mit herzlichen Grüßen zur Passions- und Osterzeit,

Ihre Pfarrerin Doro Jung