Predigt für den 20.12.2020 - 4. Advent

Vorspiel

Begrüßung (4. Advent)

Votum:

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wochenspruch: Freut euch in dem Herrn allewege + abermals sage ich euch: freuet euch! Der Herr ist nahe! Phil 4, 4.5 

Gebet:

Psalm 102 (Evang. Gesangbuch Nr. 741)

Ehre sei dem Vater und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, Du forderst uns zur Freude auf und versprichst: Die Freude am Herrn ist eure Stärke. In diesen Tagen brauchen wir Kraft und wir bitten Dich, dass Du in uns heute neu die Freude an Dir entzündest. Du bist König und Herr, Du regierst unsere Welt so weise und zielgerichtet, rettend und voller Liebe, aber auch richtend. Herr, wir können vor Dir nicht bestehen. Unser Herz ist ein trotzig und verzagt Ding, über unsere Lippen kommen Worte, die verletzen, zerstören, kritisieren und den andern klein machen. Wir bitten Dich, vergib uns die Schuld unserer Sünde um Jesu Christi willen. Er allein ist unser Retter und Erlöser von all unserer Schuld, wir geben ihm die Ehre und treten in seinem Namen vor Dein heiliges Angesicht, Gott Vater, um zu Dir in der Stille zu beten und Dir zu sagen, was unser Herz bewegt und beschwert.

Wenn ich die anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft! Amen. 

Schriftlesung: Jesaja 52, 7-10

Wochenlied 9, 1-2+5-6: Nun jauchzet all ihr Frommen

Predigt:

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn, Jesus Christus.

Predigttext: Philipper 4, 4. Paulus schreibt an die Gemeinde in Philippi:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 

Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Liebe Gemeinde,

welche Gefühle hatten Sie wohl in der Adventszeit und in den letzten Tagen? Angst, Furcht, Sorge, Schmerz, Einsamkeit, Unsicherheit, Frust, usw? Corona bestimmte unseren Alltag, und wir leben in einer Krise. Als Christen leben wir zwar mitten in dieser Krise, aber Gott ruft uns auf, gleichzeitig im Advent zu leben. Zu glauben und zu vertrauen, dass nicht Chaos herrscht, sondern Gott regiert und einen Plan hat. 

Der Apostel Paulus ruft uns auf, dass wir uns als Christen nicht von Corona beherrschen lassen, sondern dass wir uns auf Gott, den Herrn und seine Herrschaft besinnen. Und wir unser Leben, unsere Gefühle, unser Denken und unser Handeln von Ihm bestimmen lassen. Gott will, dass wir uns freuen, weil Er der Herr ist. 

Machen wir darum die Tür zu und schließen Angst, Sorge, Furcht und Schmerz weg. Und öffnen die Tore weit für den Herrn, der nahe ist. Treten wir mit diesem 4. Advents-sonntag ein in die Weihnachtswoche, die Zeit der Freude, die Gott uns bereitet hat.-- Was hatte Gott geplant, welch großes Wunder ließ er geschehen?

In der Nacht von Bethlehem geschah ein Leuchten. Engel erschienen. Und dann war der Engel des Herrn zu hören, der sagte: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren ist, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.- Jesus war geboren und er brachte Freude mit sich.

Das erlebten die Menschen! 

Maria, seine Mutter, wurde durch Jesus mit Freude erfüllt, denn sie erkannte durch ihn, dass sie, eine einfache Frau, nicht zu gering war für diesen großen Gott. Er kannte sie und ihren Namen, und sie hatte einen Platz in Gottes Plan. 

Jesus brachte auch den Hirten Freude. Jesus war König, aber er kam nicht in einem Palast zur Welt. Durch seine Geburt in einem stillen Stall konnten die Hirten ihn suchen und finden. Und Jesus als den Helfer und Retter anbeten. Welcher Jubel, welche Freude erfüllte sie, als sie an der Krippe niederknieten! 

Im Corona-Jahr fällt Weihnachten nicht aus. Wir feiern die Geburt Jesu in unseren Häusern und wollen ganz bewußt im Glanz dieser Freude leben, die das Kind in der Krippe brachte. 

Der Plan Gottes war mit der Geburt Jesu jedoch nicht zu Ende. Damit sich die Menschen zu allen Zeiten und in allen Nationen an Jesus freuen konnten, musste Jesus den Weg gehen, den Gott bestimmt hatte. Er musste zum Heiland der sündigen Menschen werden, um sie vom Leid in die Freude zu versetzen, von der Dunkelheit ins Licht zu bringen. Dazu musste er bereit sein, das Lamm Gottes zu werden, das für die Sünden der Welt stirbt. Jesus ging diesen Weg und nahm am Kreuz von Golgatha alle unsere Sünde auf sich. Die Strafe für die Sünde ist der Tod. Jesus starb diesen Tod stellvertretend für uns.

Und dann brach drei Tage später die Osterfreude durch, denn Jesus stand vom Tod auf. Er lebt und sagt jedem von uns zu: siehe, ich bin bei euch, alle Tage, bis an der Welt Ende! Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Alles, was geschieht, ist mir unterstellt. Auch über die Corona-Krise herrsche ich und habe sie unter meinen Füßen.

Weil Jesus lebt, kann man ihm begegnen. Das haben drei junge Männer erlebt, wie Axel Kühner berichtet. Sie waren bei einer Evangelisation gewesen. In ihrem Herzen war eine Freude an Jesus entbrannt und sie beschlossen, ihm als dem Herrn nachzufolgen. Nach der Evangelisation fuhren sie mit dem Zug nach Hause. Im Abteil saß eine Dame, die bissig bemerkte: Sie scheinen ja besonders fröhlich zu sein! „Ja, sind wir auch, und raten sie mal, warum“ antwortete einer der Dreien. Sind Sie viell. ein wenig betrunken? Nein, das ist es nicht. Dann haben Sie wohl eine Party gefeiert? Nein. Haben Sie vielleicht im Lotto gewonnen? Das ist es auch nicht. Na, dann muss wohl einer der Toten auferstanden sein, meinte die Dame spöttisch. Ganz recht, das ist es, meinten die drei jungen Männer. Die Dame gab zurück: na, dann muss der Betreffende wohl eine Nahtoderfahrung gehabt haben! Nein, sagten die Männer, er war richtig tot. Aber nun lebt er auch richtig und ist wahrhaftig auferstanden. Und darum haben wir eine große Freude! Erschrocken fragte die Dame: davon hab ich ja gar nichts gehört, wer war das denn? Und so erzählten sie ihr von Jesus.

Das ist der Grund der Freude, und zu dieser Freude ruft Paulus uns auf. Unabhängig von allen Äußerlichkeiten, die durch Corona an diesem Weihn.fest anders sind, sollen wir uns an Jesus freuen, der Herr ist, der lebt und regiert. Diese Freude geht tiefer als alle Gefühle, weil sie in Beziehung steht zu Jesus, dem Freudenbringer. Diese Freudenquelle ist da, für jeden von uns.

Was aber, wenn sie verstopft ist? Wenn diese Freude unser Herz nicht erreicht?

Zur Zeit sind bei Mädchen und jungen Damen lange Haare Mode. Wir haben zwei Töchter mit schönen langen Haaren, die sie intensiv pflegen und regelmäßig waschen. Im Pfarrhaus wurde in der Duschwanne ein Abfluss verlegt, auf den man kein Sieb legen kann. Darum verstopfen die Haare immer wieder den Abfluss und das Wasser gelangt nicht dorthin, wo es hinsoll. Damit es abfließen kann, muss man in den Abfluss greifen und rausziehen, was ihn verstopft. Und dann kann man wieder duschen, ohne im Wasser zu stehen. 

Übertragen auf die verstopfte Freudenquelle heißt es: so, wie wir jeden Tag unser Haar in Ordnung bringen, so sollen wir auch unser Herz in Ordnung bringen. Das, was den Zufluss der Freude hindert, was uns abhält von Jesus, sollen wir erkennen und Jesus zu Füßen werfen. All unsre Angst, Not, Sorge, Schmerz, all unsere Zweifel, all unseren Schmutz und Sünde. Und uns von ihm mit Freude füllen lassen, mit ihm voller Freude leben und Advent und Weihnachten feiern, auch wenn es äußerlich dies Jahr anders sein muss.

Gott lädt uns heute ein: Freut euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich: freuet euch! Lassen wir uns von Jesus, dem Freudenbringer erfüllen und wie Maria, wie die Hirten leben. Sie mussten ihren herausfordernden Alltag bewältigen, und doch lebten sie voller Freude, weil Jesus in ihrem Leben Raum hatte, weil sie ihm die Tür zu ihrem Herz geöffnet hatten. 

Öffnen auch wir unsere Tür für den Herrn, der Freude bringt! Er hört uns, wenn wir beten: Komm o mein Heiland, Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Freude ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein, dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit, dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. Amen.

Predigtlied 11, 1+3+6: Wie soll ich dich empfangen

Gebet:

Lieber himmlischer Vater, wir kommen mit unseren Bitten und Fürbitten vor Dich. Herr, der Lockdown bestimmt unser Leben und das Leben in dieser Situation kostet Kraft. Bewahre uns vor Erschöpfung und Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Selbstmordgedanken. Tausche alles, was uns niederdrücken will, aus mit dem, was von Dir kommt. Bitte gib uns ein festes Herz, erfülle es mit Glauben, Hoffnung und Liebe und sei Du unsere verlässliche und starke Kraft, von der wir leben können.

Wir bitten Dich für die Politiker und Verantwortlichen in der Wirtschaft und Gesellschaft, leite Sie mit Deinem Rat und Deinem Heiligen Geist in allen Entscheidungen, allem Denken und Reden. Wir bitten Dich für die angespannte Situation in den Krankenhäusern und Pflegeheimen, gib den Ärzten und Schwestern Durchhaltekraft und Gesundheit. Wir bitten Dich für die Kinder, Jugendlichen und Eltern in den Ferien, dass sie sich an der freien Zeit freuen und sie sinnvoll nutzen. Bewahre vor zu viel Internetkonsum oder dem unguten Abhängen. Wir bitten Dich für die vor uns stehende Weihnachtszeit. Gib, dass die Botschaft Deiner Liebe und Versöhnung in die Häuser und Herzen dringt und Freude an Dir das Fest bestimmt. Gib, dass niemand einsam sein muss in diesen Festtagen und wir nicht nur an uns und unsere Familien denken, sondern auch an den Nachbarn, besonders den kranken Nachbarn. Alles, was uns sonst noch bewegt, schließen wir ein in das Gebet, das Jesus uns lehrte: Vater unser

Abkündigungen:

Berneck:

Opfer: allg. Aufgaben der Kirchengemeinde

Für die Feiertage empfehlen wir, zuhause im Radio, Fernsehen oder Internet die Gottesdienste mitzufeiern und die Kontakte so weit als möglich zu reduzieren.

Abk in Altensteigdorf.: Unser Gemeindeglied _________ ist am ____verstorben. Wir sind ihr sehr dankbar, dass sie über 50 Jahre im Kirchenchor mitsang. Am Donnerstag wurde sie auf dem Überberger Friedhof kirchlich bestattet. Wir nehmen teil an der Trauer der Hinterbliebenen. Bitte erheben Sie sich zum Gebet.

Himmlischer Vater, wir danken Dir für das Leben, das Du ________ geschenkt hast. Wir danken Dir, dass Du ihr so viel Güte und Freundlichkeit gezeigt hast. Dir und Deiner erbarmenden Gnade befehlen wir die Tote an. Bitte tröste Du die trauernden Angehörigen. Durch Jesus Christus, der spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht über dir und gebe dir Frieden. Amen

Nachspiel